Philosophie/Gespräche

From ThorstensHome
(Redirected from Gespräch am 19.08.2007)
Jump to: navigation, search

Diskussion um Philosophie, Psychologie, Ludwig II und Wissenschaften.

Contents

Schalenmodell der Wissenschaften

Die Physik kann gelten als die niedere Form der Chemie: Die Physik befasst sich mit Bewegung, Energie und Materie. Die Chemie befasst sich mit Stoffumwandlungen. Chemische Vorgänge gehen auf physische zurück, die Umwandlung von einem Stoff in den anderen sind letzendlich Wirkungen wo Elektronen, die durch Bewegung in eine andere Schalen, spricht durch Reduktion von potentieller Energie, neue Elektronenwolken um neue Atomgruppierungen bilden. So reduziert die Chemie gegenüber dem Betrachter die Komplexität der Vorgänge, indem sie auf die Einzelheiten der Stoffumwandlungen nicht eingeht. Entsprechend ist die Biologie eine Abstraktion der Chemie, das heißt, sie führt Begriffe ein wie Photosynthese, die auf eine Vielzahl chemischer Transaktionen zurück geht. Die Psychologie widerum gebärdet sich oft als eine Abstraktion der Biologie, indem sie Triebe als Erklärung für Verhalten nimmt.

Da können wir doch einen schönen Stammbaum machen:

                       Psychologie
                      /
              Biologie
             /
       Chemie
      /      
Physik
      \
       Informatik

womit bewiesen wäre, dass die Psychologie die höchste aller Wissenschaften ist, was ich aber aus reinem Penisneid getan habe.

Psychologie

Kann ein gutes Gespräch mit einem Freund eine psychologische Therapie überflüssig machen ? Nein, denn e.g. Traumata können so nicht behandelt werden. Ausser, du bist mit einem Psychologen befreundet ;) Falsch ist deshalb auch die Bezeichnung der Psychologie als "moderne Form der Beichte".

Gespräch am 28.12.2007

Treffen zum Jahreswechsel.

  • Gefahr von Sekten aus der Sicht der Psychologie: In Kulturkreisen, wo Visionen, "Stimmen hören" und ausserkörperliche Erfahrungen begrüßt werden, wird die Tendenz entstehen, dass das Individuum "Stimmen hören" wollen wird.

"Stimmen hören" ist aber vom psychologischen Standpunkt aus pathogen. Man kann dann nicht mehr zwischen dem unterscheiden, was außen vorgeht (Stimmen anderer) und dem, was innen, in seinem Gehirn, vorgeht (hören vermeintlicher Stimmen). Dies aber wird in Sekten "trainiert", also wird eine Krankheit trainiert.

  • Phantomschmerzen als nicht-psychosomatisch, sondern als "umbauprozess" des "Rindenmännchens".

Gespräch am 25.12.2008

Treffen zum Jahrenwechsel

  • Komplexität als das bestimmende Thema aller Organisationen. Vereinfachung kann nur erreicht werden durch das Weglassen also Priorisieren von Teilen oder durch hierarchische Gliederung. Zum Thema "Weglassen" gibt es diverse Ansätze im Projektmanagement.

Vorstellung unserer Ideen zur Victorian Society.

Gespräch am 28.12.2009

  • Diskussion zum Satz "die Vernunft als Vernunft anzuwenden, ist das einzige, was glücklich macht". Dieser Satz steht grundsätzlich schief: Grübeln macht unglücklich. Das ist aber auch nicht gemeint. Gemeint ist ein Denken um des Denkens willen, z.B. Descartes mit seinem "ich denke, also bin ich". Dieses Denken ist philosophisch, es macht dich aber nicht zu einem besseren Menschen. Aber gerade dies war die oft unterstellte These derjenigen Philosophen, die vorgaben, zu philosophieren! 99% der Menschen interessiert es nicht, über Philosophie um der Philosophie willen zu diskutieren. Uns interessiert es. Das ist zu sehen wie ein Hobby.
  • Die Kirche als Hilfsbremse und retardierendes Moment des Fortschritts
  • "Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers" - die Kirche hält sich nicht daran.
  • Wenn jemand sagt, Köln ist schmutzig, Düsseldorf aber nicht, sagt das weniger etwas über die Städte aus als über ihn. Es widerspricht der Alltagserfahrung, dass zwei Städte so unterschiedlich sind. Vermutlich ist der Betreffende negativ voreingestellt gegen die Stadt, die er als hässlich bezeichnet.
  • Philosophie bringt nichts, wenn sie nicht den Menschen als Ziel hat. Ihr Ziel muss sein, die Welt zu verbessern. Bei sonst gleichen Faktoren ist eine Philosophie, die viele Menschen erreicht, besser als eine, die nur wenige (Intellektuelle) erreicht.

Gespräch am 03.10.2010

Wir trafen uns am 02.10.2010 in Muenchen und ich uebernachtete in der Wohnung seiner Freundin Ingmar. Am naechsten Tag Spaziergang rechts der Isar und Gespraeche zur Mittagszeit.

  • Kommunismus
  • Amerikanismus

Amerikanismus als die natürlichste Kulturform. Jeder kann seine individuelle Religionen annehmen. Unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse an ihre Religion. Es gibt Leute, die stecken tief in Problemen drin und die brauchen eine extreme Religion. Als extrem bezeichnen wir Religionen, die ihre Anhänger ganz einsaugen. Das äußert sich z.B. darin, dass die Anhänger nur noch unter einander Freundschaften eingehen. Individuen, die keine Probleme haben, brauchen keine solch extremen Religionen.

  • Alkoholismus
  • Ignaz Semmelweiss
Ingmar: Heute wuerde schon die Ethikkommission solche Vergleichsgruppen verbieten...
"Im Urwald gibt es keine Ethikkommission"

Ingmar: Deutsche sind vernarrt in akademische Titel, ganz anders als z.B. in Holland. Wir fangen an, uns die Ursachen zusammen zu reimen: Als das deutsche Bürgertum groß wurde und den Adel überflügelte, war die Zeit der Industrialisierung. Da waren Ingenieure gefragt, und Ingenieure werden an Hochschulen ausgebildet. Die Blütezeit von Holland war das goldene Zeitalter. Es waren Händler, nicht Wissenschaftler und nicht Ingenieure, die der Gesellschaft zeigten, dass man nicht adlig geboren sein musste, um Erfolg zu haben. Während also die Deutschen stolz sind auf ihre akademischen Titel, sind die Holländer stolz auf ihren wirtschaftlichen Erfolg. Übrigens sind die Österreicher noch schlimmer. Wenn man da nach Frau Müller fragt, kriegt man auch mal zur Antwort "Ach, sie meinen die Frau Magister Müller?".

Ein Professor oder Doktor kann also stolz sein, die Wissenschaft voran gebracht zu haben. Ein Major, sein Leben für das Vaterland eingesetzt zu haben. Mein Gedanke war nun, dass ein Mensch, der nur Geld verdient hat, nichts Ähnliches aufzuweisen hat. Aber die Holländerin hat mir das Gegenteil bewiesen: Gerade Menschen, die Geld verdienen, befruchten finanziell ihre Umgebung - Geld verdient man, außer man ist Betrüger, nicht, ohne Wertschöpfung zurück zu geben.