Philosophie/Erkenntnis

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Erkenntnis

Ansätze

Ansätze ermöglichen ein Verständnis der Realität durch Reduzierung der Komplexität. Dabei bleiben jedoch Einzelheiten auf der Strecke oder werden gedeutet und damit möglicherweise umgedeutet. Mein Lieblingsbeispiel ist ein Bild von Escher: Wenn das Bild nun die Realität ist, so gibt es zwei Möglichkeiten, das zu tun, worin wir Menschen uns so groß fühlen: Ihm einen Sinn zu geben. Die erste Möglichkeit ist, wir erkennen den Mund, die Nase und das Auge des Indianers. Dem Rest geben wir dann, wie wir es gewohnt sind, einen dazu passenden Sinn, etwa das Schwarze rechts als der Federschmuck. Das ist der Ansatz Indianer. Oder wir erkennen die Beine des Eskimos, seinen Mantel mit all den Falten an den typischen Stellen und die Höhle, die der Eskimo betreten will, oder die Dunkelheit des ihn umgebenden Schneesturms. Das ist der Ansatz Eskimo. Es ist klar, dass mit der Kultur viele solche Verständnisansätze mitgegeben werden. Die Unterschiede sind der Grund für alle Kriege, behaupte ich. Ich finde, man sollte Escher für dieses Bild den Friedensnobelpreis verleihen. Schon als ich die Kapitelstruktur dieses Dokumentes festgelegt habe, bin ich von dem Ansatz ausgegangen, dass ich mit diesem Kapitel die menschliche Erkenntnis untersuchen will. Diese Ansätze meine ich, wenn ich von einer Realitätskonstruktion spreche. Das Wort bringt mich zurück auf meine eingangs erwähnte Definition der Reduktion der Komplexität. Wir könnten uns das Bild nämlich so merken, wie es ein Computer tut: “weisser Punkt, weisser Punkt, weisser Punkt, ... schwarzer Punkt, schwarzer Punkt, weisser Punkt, weisser Punkt, ... neue Zeile, weisser Punkt, ...”. Das wäre aber zu viel, daher ziehen wir den Sinn heraus, um es unseren Bekannten zu beschreiben. Und während ich es als “Eskimo” bezeichne, bezeichnet es im selben Moment vielleicht jemand anders als “Indianer”. Dann sage ich “aber ich habe die Jacke doch genau gesehen” und der andere sagt “und die Nase war doch ganz deutlich”. Und dann gibt es Krieg zwischen uns.